Lexikon der Schließzylinder-Fachbegriffe

Fachbegriffe leicht erklärt

Abtastsicherheit: Die Abtastsicherheit ist der Grad der Erschwerung, die Schließcodierung der Zuhaltungen eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln gewaltlos und spurenlos aus dem Schließzylinder zu ermitteln, um nach den festgestellten Werten (Maßen) einen Nachschlüssel anzufertigen.

Anbohrschutz: Nicht alle Profilzylinder sind serienmäßig mit einem Anbohrschutz ausgestattet. Die z. B. im Zylinderkern und Zylindergehäuse eingesetzten Hartmetallstifte verhindern, dass der Schließzylinder aufgebohrt werden kann. Um besonderen Sicherheitsansprüchen bei Schließanlagen zu entsprechen, kann ein verstärkter Anbohrschutz in höheren Sicherheitsstufen geliefert werden.

Arcusprofil: Die Profilierung des Schlüssels ist parallel zum Schlüsselrücken angeordnet. Durch versetzt zueinander angeordnete Profilabschnitte besteht hohe Abtast-, Aufsperr- und Nachschließsicherheit.

Aufsperrsicherheit: Grad der Erschwerung, die Sperrelemente eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln und ohne Kenntnis des dazugehörigen Schlüssels gewaltlos zu öffnen. Einbruchversuchen mit Sperrwerkzeugen setzen Schließzylinder eine ganze Reihe von technischen Vorkehrungen entgegen: parazentrische Schlüsselprofile, Sperrleisten, Sperrstifte, Fingerstifte und Sperrwellen-Einrichtungen Sperrelemente.

Baulängen: Die Grundlänge eines Doppelzylinders ist in der Regel 61 mm (L = 30/30). Neben den Standardlängen in 5 mm Verlängerungsschritten (bis 140 mm Gesamtlänge) sind auch Sonderlängen in 10 mm-Schritten bis zu einer Gesamtlänge von 240 mm lieferbar. Wie messe ich die Zylinderlängen?

DIN-Klasse: Sicherheitseinstufung des Deutschen Instituts für Normung. Hochwertige Schließzylinder entsprechen der DIN EN 1303/DIN 18252. In den Normen, die die Voraussetzungen für höherwertige Schließzylinder definieren, sind die Kriterien wie Aufsperrsicherheit, Nachschließsicherheit, Abtastsicherheit, Anbohrschutz, Kernziehschutz und Schlüsselsicherheit zusammengefasst.

Einbruchsicherheit: Gegen Abbrechen, Aufbohren, Herausziehen und sonstige gewaltsame Angriffe können Schließzylinder mit einem verstärkten Anbohrschutz sowie mit Kernziehsperre und Schließzylinderziehschutz ausgerüstet werden. Hinzukommen muss ein zertifizierter (VdS, DIN) Schutzbeschlag ohne bzw. mit Zylinderabdeckung.
Im letzten Fall kann auf Kernziehsperre und Ziehschutz im Schließzylinder verzichtet werden.

Einzelschlüssel: Schlüssel einer Schließanlage, der Zugang zur passenden Einzeltür und ggf. auch den Zentralzylinder einer oder mehrere Gemeinschaftstüren schließt.

Funktionssicherheit: Hochwertige Schließzylinder sind auf lange Lebensdauer ausgelegt. Zum Beispiel durch die Flankenauflage von 110°, die eine minimale Abnutzung von Kernstiften und Schlüsseln gewährleistet.

Flankenauflage: Die Flankenauflage beschreibt die Art der Abtastung einer Stiftzuhaltung im Schließzylinder. Im Gegensatz zur Punktauflage wird hier die gesamte Flanke des Stiftes zur Abfrage der Schließcodierung genutzt, was zu deutlich geringerem Verschleiß führt. Auch bei langfristiger Benutzung des Schlüssels ist eine einwandfreie Schließfunktion gewährleistet.

Freilaufender Schließbart: Für bestimmte Einsatzgebiete, z.B. Mehrfachverriegelung mit Anti-Panikfunktion, sind Schließzylinder mit freilaufendem Schließbart vorgeschrieben. Bei abgezogenem Schlüssel muss der Schließbart frei drehbar sein. Dadurch wird verhindert, dass der Schließweg blockiert werden kann.

Gefahreinrichtung: Jeder schließberechtigte Gebrauchsschlüssel innerhalb einer Schließanlage kann die mit Gefahreinrichtung ausgestatteten
Profil-Doppelzylinder auch dann betätigen, wenn auf der Gegenseite ein Schlüssel in gedrehter Position steckt. Bekannt auch unter dem Namen Not- und Gefahrenfunktion.

Generalhauptschlüssel: Der Generalhauptschlüssel gewährt Zugang zu allen Türen einer Schließanlage.

Gruppenschlüssel: Schlüssel einer Schließanlage, der die Schließzylinder mehrerer Räume oder eines organisatorischen Bereiches schließt.

Kernziehsperre und Schließzylinderziehschutz: Zur Verhinderung des Kern- bzw. Schließzylinderziehens ist die Kernziehsperre und der Schließzylinderziehschutz mit integriertem Anbohrschutz für Profilzylinder lieferbar (VdS anerkannt).

Mechatronik: Das Zusammenwirken von mechanischen Sicherungselementen und elektronischen Komponenten versteht man als Mechatronik. VERSO CLIQ von IKON kombiniert bewährte Mechanik mit modernster Elektronik zu Schließanlagen, die sich jederzeit schnell und Kosten sparend veränderten Gegebenheiten angepassen lassen können.

Modulare Bauweise: Darunter versteht man das der Schließzylinder auch nachträglich in der Länge verändert werden kann. Das ist besonders bei hochwertigen Schließzylindern von Vorteil. Man kann den Schließzylinder beim Umzug in eine neue Wohnung mitnehmen und an die neue Türstärke angleichen oder beim Einbau einer neuen Haustür an diese anpassen.

Multiprofil: IKON Profil mit an den Längsseiten des Schlüssels sichelförmig eingefrästen Einschnitten. Diese Codierung wird im Schließzylinder durch spezielle, federlose Sperrschieberelemente abgefragt. Fehlende Einschnitte führen zum Blockieren des Schließvorgangs. Dies bietet wesentlich höhere Aufsperrsicherheit und Nachschließsicherheit
als herkömmliche Schlüsselprofile.

Nachschließsicherheit: Die Gefahr, dass ein Schließzylinder mit einem anderen Schlüssel betätigt werden kann, wird durch die hohe Zahl der möglichen Schließungsvariationen und die engen Fertigungstoleranzen äußerst gering gehalten.

Not- und Gefahrenfunktion: Der Zylinder ist schließbar, auch wenn auf der Gegenseite ein Schlüssel im verdrehten Zustand steckt. (siehe Gefahreneinrichtung – gleiche Funktion)

Obergruppenschlüssel: Der Obergruppenschlüssel gewährt Zugang zu allen Türen der jeweiligen Gruppen.

Schließbart: Bauteil eines Schließzylinders mit der Aufgabe, bei Drehung des Schlüssels Verriegelungen (Riegel) vor- oder zurückzuschließen. Bei Einsteckschlössern mit Wechsel wird über den Schließbart auch die Falle (Schlossfalle) mit der Schlüsseldrehung zurückgezogen.

Schließzylinderkern: Der Schließzylinder besteht aus einem feststehenden Körper (Gehäuse) und einem drehbaren Innenteil (Kern), der die Schließbewegung durch einen Mitnehmer (Schließbart) auf den oder die Riegel eines Schlosses überträgt.

Schlüsselreide: Kopf bzw. Griffstück des Schlüssels, z.B. auf jedem IKON Schlüsselkopf ist das typische IKON Mäanderband zu finden.

Schlüsselsicherheit: Ersatzschlüssel für Schließanlagen werden von ausschließlich gegen Vorlage der Sicherungskarte über den Fachhandel geliefert.

SKG-Zulassung: Das SKG ist ein in Europa anerkanntes Prüfinstitut in den Niederlanden. In Deutschland ist es vergleichbar mit dem Prüfinstitut in Velbert PIV-Cert.

Sicherungskarte: Für jede Schließanlage wird eine Sicherungskarte geliefert. Die Sicherungskarte ist Legitimation bei Nachbestellungen von Schlüsseln und Schließzylindern, bei Schließanlagendaten und Schließplänen. Sie muss bei Nachbestellungen dem Fachhandel vorgelegt.

Sperrelemente: Der drehbare Kern des Schließzylinders wird durch Sperrelemente wie z. B. gefederte Stifte von unten und von der Seite so gesperrt, dass er nur mit dem passenden Schlüssel freigegeben werden kann. Je höher die Anzahl der Stifte und je komplexer ihre Anordnung, desto höher die Sicherheit vor unbefugtem Aufsperren und vor der unbefugten Anfertigung von Nachschlüsseln. Damit sind Schließzylinder durch »Nadel-Picking« und »Schlüsselschlagen« kaum zu knacken.

Sperrwelle: An den Längsseiten des Schlüssels ist eine zusatzliche wellenartige Codierung, die Sperrwelle, eingefräst und wird durch spezielle, gefederte Zuhaltungen im Schließzylinder abgefragt. Zehn gefederte, aktiv wirkende Zuhaltungen sowie der im Profil angebrachte Hinterschnitt (Undercut) sorgen fur hohen Kopierschutz des Schlüssels  sowie ein hohes Maß an Nachschließsicherheit und Aufsperrsicherheit.

Stiftzuhaltung: Eine Stiftzuhaltung ist eine aus Kernstift, Gehäusestift und Stiftfeder bestehende Zuhaltung im Schließzylinder, die eine Drehung des Zylinderkerns nur zulässt, wenn der zum Schließzylinder passende Schlüssel eingeführt wird und dabei Kernstifte und Gehäusestifte so verschiebt, dass deren Trennungsebenen die Mantelfläche des Zylinderkerns berühren. Auf dem Schlüssel stellen sich die Pendants der Zuhaltungen im Zylinder als Schlüsseleinschnitte (Einkerbungen auf der Schmalseite) dar. Die Zahl der Zuhaltungen bedingt – neben anderen Faktoren –
die Zahl der möglichen Schließvariationen.

Undercut: Der im Schlüsselprofil angebrachte Hinterschnitt (Undercut) sorgt für eine sehr komplexe Form des Schlüssels und dadurch für erhöhten Kopierschutz.

Vectorprofil: Die Profilierung des Schlüssels ist parallel zum Schlüsselrücken angeordnet. Die jeweiligen Profilmerkmale sind dabei paarweise horizontal und schräg zueinander angeordnet. Dadurch werden manuelle Öffnungstechniken deutlich erschwert und es besteht eine sehr hohe Aufsperrsicherheit, Abtastsicherheit und Nachschließsicherheit.

Verschleißarme Ausführung: Schließzylinder die besonderen Belastungen unterliegen, werden auf Wunsch in spezieller Ausführung mit verschleißarmen Kernstiften geliefert.

VdS-Klasse: Gütezeichen der VdS Schadenverhütung, Zertifizierungsstelle der deutschen Versicherungswirtschaft. Zum Beispiel sind IKON Schließzylinder optional mit VdS-Zertifizierung lieferbar.

Zylinderlängen: siehe Baulängen

 

Textangaben mit freundlicher Unterstützung von AssaAbloy

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